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Analysefunktionen im Energiemanagement: Multivariate Regression

Was ist die multivariate Regressionsanalyse und was bringt sie im Energiemanagement?

Die multivariate Regressionsanalyse modelliert, ob bzw. wie verschiedene Variablen miteinander zusammenhängen. Im Energiemanagement können mit ihrer Hilfe die tatsächlichen Energie­einsparungen von Effizienzmaßnahmen wirkungsvoll nachgewiesen werden. Das macht die Analyse besonders hilfreich für die Zertifizierung des Energiemanagements nach ISO 50001.

Aufbau und Inhalt der Regressionsanalyse

Bei der multivariaten Regressionsanalyse wird ein theoretisches Modell erstellt, dass an die Realität angelehnt ist und verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt (multivariat = mehrere Variablen betreffend). Bei der einfachen Regressionsanalyse wird nur ein Faktor berücksichtigt. Die Grundlage für die Analyse bildet eine große Datenmenge, anhand der das Modell lernt, Muster erkennt und dadurch Entscheidungen oder Vorhersagen treffen kann (Machine Learning).

Im Energie­management kann der Energieverbrauch einer Bezugsgröße (z.B. eines Unternehmens, eines Standorts, einer Maschine etc.) abhängig von seinen vielen verschiedenen Einflussfaktoren modelliert werden. So ist ersichtlich, welche Auswirkungen die Veränderung von Faktoren auf den Verbrauch haben. Ersichtlich werden diese Auswirkungen, indem der tatsächliche mit dem errechneten Verbrauch im Zeitverlauf verglichen wird. Für Abweichungen gibt es einen zulässigen Toleranzbereich, weshalb das Modell der Realität in der Regel sehr nahe kommt.

Die 3 Schritte für den Nachweis einer Einsparung mit der Regressionsanalyse

1. Berechnung des Regressionsmodells

Zuerst muss ein statistisch signifikantes Modell mit historischen Verbrauchsdaten berechnet werden. Das Modell muss dabei auch alle relevanten historischen Einflussfaktoren berücksichtigen. Das sind z.B. Wetterdaten (Temperatur, Sonneneinstrahlung, Luftfeuchtigkeit …), Produktionsmengen, Betriebs­stunden oder Arbeitszeiten/Schichten.

Durch die Daten aus der Vergangenheit lernt das Modell, wie die Einflussfaktoren den Verbrauch beein­flussen. Daher ist es wichtig, genügend Daten einzubeziehen, um eine belastbare Referenz (Baseline) bilden zu können. Generell gilt: Es sollten Daten von mindestens 12 Monaten, besser aber 24 Monaten berücksichtigt werden. Je nach konkreter Anwendung kann der optimale Zeitraum aber auch länger oder kürzer sein.

2. Prüfung (Validierung) des Regressionsmodells

Um nachzuweisen, dass das Modell auch wirklich funktioniert, muss es geprüft (validiert) werden. Dies erfolgt mithilfe weiterer historischer Daten, und zwar anderer Daten als die in Schritt 1 verwendeten. Das Modell wird also mit einem Teil der Daten erstellt und mit dem anderen Teil geprüft (Trainings- und Testdaten). Das stellt sicher, dass das Modell nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis funktioniert.

Liegen die modellierten Daten in einem definierten Toleranzbereich – die errechneten Daten weichen nicht zu stark von den tatsächlich gemessenen ab –, kann das Modell verwendet werden. Welcher Toleranzbereich angemessen ist, hängt wieder vom Anwendungsfall ab: Wie genau muss das Modell sein, damit es für den jeweiligen Zweck ausreicht? Für grobe Trendanalysen reichen oft +/- 10%. Geht es aber um Einsparnachweise, gerade für die Zertifizierung der ISO 50001, sollte das Modell genauer sein (+/- 5% oder weniger).

3. Anwendung des Regressionsmodells

Das Regressionsmodell kann nun dafür eingesetzt werden, einen künftigen (aber theoretischen) Verbrauch zu berechnen. So erhält man den Energieverbrauch, der zu erwarten gewesen wäre, wenn keine Maßnahme oder Optimierung umgesetzt worden wäre. Dieser theoretische Verbrauch wird dann mit dem tatsächlichen (gemessenen) Verbrauch verglichen. Liegt der gemessene Verbrauch unter dem des errechneten Regressionsmodells, dann bedeutet das, dass Energie eingespart wurde. Die Energieeffizienz wurde also gesteigert.

Viel Aufwand sparen kann man sich bei der Erstellung einer (multi­variaten) Regressionsanalyse mit der richtigen Software: Unsere Energiemanagement-Software Energy Monitor führt den Anwender durch die Regressionsanalyse und erledigt Schritte wie die Berech­nung des Toleranzbereichs oder die grafische Aufbereitung der Daten völlig automatisiert. Das nimmt viel manuellen Aufwand ab, minimiert Rechenfehler und verbessert das Ergebnis. Außerdem sind bereits alle benötigten Verbrauchsdaten und Einflussfaktoren in der Software hinterlegt und müssen nicht noch zusätzlich aufbereitet werden.

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Beispiel: Was bringt die Regressionsanalyse in der Praxis?

Ein metallverarbeitendes Unternehmen will den Energieverbrauch einer seiner CNC-Maschinen, die aktuell zu den größten Energieverbrauchern des Betriebs zählen, senken – natürlich bei gleichbleibender Produktivität. Effekte aufgrund von bekannten Einflussfaktoren können mit Hilfe der Regressionsanalyse berücksichtigt werden. Das sind z.B. der höhere Stromverbrauch der Maschine, wenn die Umgebungstemperatur sehr hoch oder niedrig ist, oder wenn das zu bearbeitende Material einen hohen Härtegrad aufweist.

Das Unternehmen hat sich nach Absprache mit dem Maschinen­hersteller dafür entschieden, ab Juli einen neuen Schmierstoff für die Maschine einzusetzen. Im Gegensatz zum alten Schmierstoff weist dieser eine deutlich niedrigere Viskosität auf, wodurch ein Potential für Energieeinsparungen entstand. Mit der Regressionsanalyse wurde auf Basis historischer Daten ein statistisches Modell berech­net, welches die signifikanten Einflussfaktoren auf den Energiever­brauch berücksichtigt. Dieses Modell wird nach der Umsetzung der Maßnahme verwendet, um den theoretischen Energieverbrauch mit dem alten Schmierstoff zu berechnen (orangefarbene Linie) und ihn mit dem tatsächlich gemessenen Verbrauch mit dem neuen Schmierstoff (blaue Linie) zu vergleichen. Auf dem Screenshot aus dem Energy Monitor (Klick zum Vergrößern) ist ersichtlich, dass das neue, dünnflüssigere Öl deutliche Energieeinsparungen bewirkt hat.

Multivariate Regressionsanalyse für die ISO 50001

Für die Zertifizierung des Energiemanagements nach ISO 50001 muss ein Unternehmen nachweisen, dass es seine Energieeffizienz gesteigert hat. Aufgrund der Vielzahl an Einflussfaktoren auf den Energieverbrauch ist das – wie bereits vorgestellt – nicht so einfach. Kommt es beispielsweise zu großen wetter- oder betriebsbedingten Änderungen im Verbrauch, erschwert das die Bewertung von umgesetzten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Mithilfe der multivariaten Regressions­analyse kann dann einfach nachgebildet werden, wie sich der Energieverbrauch bei gleichbleibenden Bedingungen entwickelt hätte. Dadurch ist einfach ersichtlich, ob eine Maßnahme wirklich eine Einsparung bewirkt hat.

Energieeffizienz einfach dokumentiert

Die multivariate Regressionsanalyse ist sehr hilfreich, um die Energieeffizienz eines Unternehmens objektiv bewerten zu können. Da für ihre Erstellung viele Daten, Faktoren und Abhängigkeiten berück­sichtigt werden müssen, ist eine Software, die über eine entsprechende Analysefunktion verfügt, eine große Erleichterung, insbesondere für eine Zertifizierung nach ISO 50001 und die dafür notwendige Dokumentation. Auch Auditoren sehen gern, wenn ein Unternehmen dafür auf eine Software setzen, die alle Daten übersichtlich und zentral zur Verfügung stellt. Dann bleibt das schwierigste an der multi­variaten Regressionsanalyse die Aussprache des Worts!

 

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