Energiekosten in der Industrie senken:Wie digitales Energiemanagement Kostenrisiken reduziert

Die globale Energielage ist und bleibt angespannt. Aktuelle geopolitische Erschütterungen wie der Krieg im Iran treiben die Preise für fossile Brennstoffe erneut in die Höhe. Dies belastet die Wirtschaftlichkeit vieler Unternehmen erheblich. Bereits die Preisexplosionen infolge des Ukraine-Krieges haben gezeigt, wie unberechenbar die Energiekosten in Gewerbe und Industrie schwanken können. Solche Volatilitäten stellen ein hohes finanzielles Risiko dar – umso mehr, wenn notwendige Effizienzmaßnahmen ausbleiben.
Ein digitales Energiemanagement bietet hier einen entscheidenden Hebel: Es schafft Verbrauchs- und Kostentransparenz, macht Treiber wie Lastspitzen sichtbar und ermöglicht, Einsparmaßnahmen messbar zu priorisieren und nachzuhalten.
Wie Unternehmen dadurch valide Entscheidungsgrundlagen für Einsparmaßnahmen bekommen, Risiken senken und sich effizienter und unabhängiger von Preisschwankungen aufstellen können, stellen wir im Beitrag vor.
Hintergründe: Über die Preise für Öl, Gas und Strom und wie sie zusammenhängen
Um zu verstehen, wo die größten Einsparpotenziale bei den Energiekosten liegen, ist ein Blick auf deren Zusammensetzung und deren Einflussfaktoren wichtig.
Welche Einflussfaktoren wirken auf die Strom- und Gaspreise?
Energiepreise hängen generell stark zusammen: Gas hat einen relevanten Einfluss auf den Strompreis, da Gaskraftwerke bei der Stromproduktion nach wie vor eine Rolle spielen. Durch das Merit-Order-Prinzip bestimmen Gaskraftwerke, wenn sie zur Deckung der Stromnachfrage benötigt werden, dann auch den Strompreis.
Aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien (Solar, Wind, Biogas, Wasserkraft etc.) hat dieser Effekt in den letzten Jahren abgenommen. Insbesondere im Vergleich zu 2022 mit den Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ist er daher spürbar geringer, da deutlich weniger Gas für die Stromproduktion eingesetzt werden musste – die Merit-Order greift also nicht. Auch deswegen steigt der Strompreis aktuell (April 2026) nicht auf neue Allzeithochs.
Öl ist in Deutschland zwar kein wichtiger Stromerzeuger, wirkt aber als globaler Preistreiber, weshalb sich höhere Preise übergreifend wirtschaftlich auswirken – wie derzeit an den Tankstellen sehr spürbar.
Wie setzen sich die Kosten für Strom und Gas zusammen?
Im Hinblick auf die konkreten Kosten setzten sich die Preise in Deutschland sowohl für Strom als auch für Gas aus drei Hauptbestandteilen zusammen:
- Energiepreis (Erzeugung/Beschaffung, Vertrieb)
- Steuern, Abgaben & Umlagen
- Netzentgelte, Messung & Messstellenbetrieb
Abgerechnet werden die Energiekosten über den verbrauchsabhängigen Arbeitspreis (enthält auch die ersten beiden oben erwähnten Punkte) und den verbrauchsunabhängigen Leistungspreis (enthält den dritten Punkt mit den Netzentgelten etc.).
Wo liegt Potenzial für Einsparungen bei Strom- und Gaskosten?
Aus der Zusammensetzung von Gas- und Stromkosten lassen sich die größten Hebel für Einsparungen gut ableiten: Am stärksten wirkt alles, was den verbrauchsabhängigen Preis je kWh senkt, da jede eingesparte Kilowattstunde die Energiebeschaffung und meist auch einen Teil der weiteren Preisbestandteile reduziert.
Bei Strom kommt ein zweiter, oft unterschätzter Block hinzu: Netzentgelte und Leistungsspitzen. Wer Lastspitzen glättet, kann nicht nur den Energiebezug stabilisieren, sondern auch kostenrelevante Netzentgeltanteile beeinflussen (mehr dazu auf unserer Fokusseite zu Lastmanagement in der Industrie). Bei Gas ist Lastmanagement zwar technisch möglich, aber weniger flexibel als bei Strom, da viele Wärmeprozesse kontinuierlich laufen müssen.
Zusätzlich bieten Eigenenergieerzeugung (z. B. Photovoltaik) und Speicherlösungen heute in vielen Industrieumgebungen ein praxisnahes, etabliertes Feld für Kostenreduktion und mehr Planungssicherheit. Gerade in Kombination mit der Lastspitzen-Thematik können PV und Speicher dazu beitragen, teure Bezugsmengen zu verringern und die Abhängigkeit von kurzfristigen Preisbewegungen zu reduzieren.
Transparenz im Energieverbrauch als Grundlage für Einsparungen
Ob Lastmanagement, Speicher oder die Elektrifizierung von Prozessen: Damit Maßnahmen technisch sauber ausgelegt und wirtschaftlich bewertet werden können, brauchen Unternehmen zuerst ein belastbares Bild ihres Energieverbrauchs – idealerweise über alle Energieträger hinweg und inklusive relevanter Einflussfaktoren.
Mit OPTENDA unterstützen wir Industrieunternehmen seit mehr als 13 Jahren bei der Analyse und Optimierung ihres Energieverbrauchs. Unsere Energy Monitor Software ist dafür das zentrale Werkzeug: Sie schafft Verbrauchs- und Kostentransparenz, macht Treiber wie Lastspitzen sichtbar und deckt oft schon ohne Investitionen erste Quick Wins auf – etwa durch Anpassungen von Betriebszeiten oder Einstellungen. Wie das konkret aussieht, zeigen wir im nächsten Absatz mit unseren Praxisbeispielen.
Praxisbeispiele: Energiekosten senken durch die digitale Energiedatenanalyse
Welche konkreten Einsparungen ein Unternehmen mithilfe der der Energy Monitor Software erreichen kann, zeigen zwei Beispielfälle, die auf realen Daten von zwei unserer Kunden beruhen. Bei beiden handelt es sich um mittelständische Industrieunternehmen, aber die Effizienzmaßnahmen lassen sich auch auf jedes andere Gewerbe übertragen. Denn aus der Erfahrung können wir berichten, dass Ineffizienzen wie aus den Beispielen in so gut wie jedem Betrieb vorkommen und nicht erkannt unnötig viel Energie verbrauchen.
Beispiel 1: Optimierung einer raumlufttechnischen Anlage (RLT-Anlage)
Nach Inbetriebnahme eines Neubaus wurde der Stromlastgang der (neuen) RLT-Anlage überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass die Anlage mehr Energie als notwendig verbraucht hat und auch außerhalb der Produktionszeiten unverändert weitergelaufen ist. Diese Ineffizienzen konnten durch zwei Verbesserungsschritte behoben werden. Folgende Ergebnisse konnten im Projekt erzielt werden:
- Investitionskosten: 0 €
- Stromeinsparung: 113.000 kWh
- Kosteneinsparung: 24.000 € pro Jahr
Beispiel 2: Energie sparen mit effizienter Beleuchtung
Die Analyse des Stromverbrauchs der Beleuchtungsanlage hat eine ineffiziente Nutzung und eine fehlerhafte Tageslichtsteuerung aufgedeckt. Anhand der Erkenntnisse wurden Verbesserungsmaßnahmen zur Beseitigung der Probleme umgesetzt. Folgende Ergebnisse konnten im Projekt erzielt werden:
- Investitionskosten: 116.000 € für neue LED-Beleuchtung und Messtechnik
- Stromeinsparung: 310.000 kWh
- Kosteneinsparung: 66.000 € pro Jahr

Bei beiden Beispielen gilt: Da die Optimierungen nach einem Jahr logischerweise nicht wieder rückgängig gemacht werden, bleibt die Einsparung bestehen. Umgekehrt bedeutet das auch, dass nicht entdeckte und nicht umgesetzte Einsparpotenziale entsprechend Geld kosten. Das Ignorieren solcher Ineffizienzen kostet also eine beachtliche Summe und wird im Zeitverlauf immer teurer, gekoppelt an die volatilen Energiekosten.
Wie gehen Unternehmen am besten vor, um sich ein digitales Energiemanagement aufzubauen?
Die Beispiele haben gezeigt: Um den Energieverbrauch wirksam zu senken, braucht es Transparenz in den Energiedaten. Diese mithilfe von Excel und einzeln abgelesenen Zählerständen erreichen zu wollen, ist aber ein vergeblicher Plan. Stattdessen braucht es eine belastbare digitale Datenerfassung – sprich: Alle relevanten Verbrauchsstellen müssen mit geeigneten digitalen Zählern ausgestattet sein.
Gerade in Industrieumgebungen ist diese Digitalisierung aber sehr komplex, weil Anlagen, Systeme und Bestandsmesstechnik heterogen sind und sich nicht so einfach automatisiert an einer Stelle zentralisieren lassen. Hier unterstützen wir bei OPTENDA mit viel Erfahrung aus unseren Kundenprojekten, in denen wir schon die unterschiedlichsten Messgeräte, Schnittstellen und Datenprotokolle in die zentrale Energy Monitor Software für die Auswertung eingebunden haben.
Wie wir dabei konkret vorgehen, haben wir im Blog-Beitrag über den Aufbau eines softwarebasierten Energiemanagementsystems detailliert ausgeführt. Ganz kurz zusammenfassen lassen sich die grundlegenden Bestandteile aber in die Erstellung eines Messkonzepts und die Umstellung auf digitale Messtechnik, Sensoren und Zähler. Sobald dann alles in die Energiemanagement-Software integriert ist, laufen die Daten kontinuierlich ein und die Suche nach Einsparpotenzialen kann starten. Dank der unterschiedlichen Analysefunktionen der Energy Monitor Software, die auch in den Beispielen oben angewendet wurden, werden Einsparmöglichkeiten schnell aufgedeckt.
Digitalisierung für mehr Energieeffizienz: Attraktive Förderprogramme für Unternehmen
Auch die Politik ist sich der wichtigen Rolle der Digitalisierung für mehr Energieeffizienz bewusst und bietet daher attraktive Fördergelder, um die Hürden für Investitionen in Digitalisierung zu senken. Als wichtigste Förderung zu nennen ist hier das Investitionsprogramm „Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft“, verwaltet vom BAFA (Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Mit dieser Förderung können Unternehmen abhängig von ihrer Größe bis zu 45% Unterstützung für die Investition in eine Energiemanagement-Software, notwendige digitale Messtechnik und Mitarbeiterschulungen erhalten. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Blog-Beitrag zur BAFA-Förderung.
Energieeffizienz gezielt nutzen, Kostenrisiken senken
Steigende Energiepreise bleiben ein Risiko, das Unternehmen nur mit fundierter Transparenz und konsequenter Effizienzarbeit beherrschbar machen. Digitale Energiemanagementlösungen wie der Energy Monitor schaffen die Basis, um Verbräuche präzise zu analysieren, Kosten zu senken und Investitionen wirtschaftlich auszurichten. Die Praxis zeigt: Schon einfache Anpassungen erzielen messbare Effekte. Wer Potenziale systematisch hebt, reduziert laufende Kosten, erhöht Planungssicherheit und stärkt die eigene Wettbewerbsfähigkeit.
Wir stellen Ihnen die Potenziale gerne auch individuell für Ihr Unternehmen vor. Vereinbaren Sie einfach einen Termin für einen unverbindlichen Austausch und starten Sie so schnell wie möglich mit der Senkung Ihrer Energiekosten!
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