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Mit den richtigen Energiekennzahlen zum erfolgreichen Energiemanagement

Ob das betriebliche Energiemanagement erfolgreich ist, hängt zu einem großen Teil von der Zielsetzung ab. Bei ihrer Definition führt kein Weg an den richtigen Energiekennzahlen vorbei. Denn diese leiten aus einer Vielzahl an Energiedaten konkrete Handlungs­empfeh­lungen ab und ordnen dadurch einzelne Maßnahmen, Ideen und Pläne in eine datenbasierte Strategie ein. Während einige Standard-KPIs branchenübergreifend jeder Energieverantwortliche im Blick behalten sollte, sind auch unternehmensspezifische Kennzahlen notwendig, die zu den eigenen Prozessen, Produkten und Rahmenbedingungen passen.

In diesem Blog-Beitrag gehen wir auf die wichtigsten Energiekennzahlen ein, was gute Kennzahlen ausmacht und welche typischen Stolpersteine es bei der Kennzahlendefinition gibt.

Was bringen Energiekennzahlen?

Energiekennzahlen bilden die Grundlage für jede fundierte Entscheidung im Energiemanagement. Sie zeigen nicht nur absolute Werte wie den aktuellen Energieverbrauch auf, sondern bewerten vor allem die Effizienz dieses Verbrauchs. Absolute Kennzahlen wie der monatliche Stromverbrauch in Kilowatt­stunden ermöglichen eine erste Einordnung; relative Kennzahlen setzen diese Werte in Beziehung zu Produktionsmengen, Flächen oder anderen Bezugsgrößen und liefern dadurch die entscheidende Aussagekraft.

Beispiel: spezifischer Energieverbrauch

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Ein Produktionsbetrieb, dessen absoluter Energieverbrauch von März auf April um 15% gestiegen ist, könnte zunächst ineffizienter geworden sein. Betrachtet man jedoch den spezifischen Energieverbrauch pro Stück, zeigt sich vielmehr eine Verbesserung um 5%, da die gestiegene Produktionsmenge Grund für den höheren Gesamtverbrauch ist.

Kennzahlen für ein Energiemanagement­system nach ISO 50001

Die relative Betrachtungsweise von Energiedaten spielt auch bei einem Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eine zentrale Rolle. Die Norm verlangt explizit die Definition von Energieleistungs­kenn­zahlen (Energy Performance Indicators – EnPI) und als Referenzwert die Ermittlung der energie­bezogenen Ausgangsbasis (Energy Baseline – EnB). Nur durch diese Kennzahlen lässt sich die konti­nuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachweisen, was schließlich das übergeordnete Ziel eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 ist.

Die ISO 50001 selbst macht allerdings keine weiteren Vorgaben, wie diese Energieleistungskennzahlen definiert sein müssen. Eine Leitlinie bietet aber die ergänzende Norm ISO 50006, welche wir im Blog-Beitrag über die EnPI für die ISO 50001 genauer erläutern.

Die wichtigsten Energiekennzahlen in der Praxis

Energiebezogene Kennzahlen gibt es jede Menge. Welche davon für ein Unternehmen relevant sind, hängt von der spezifischen Situation (z.B. Branche, Größe…) ab. Ein paar allgemeine KPIs sind aber für die meisten Betriebe relevant, unter anderem:

  • Gesamtenergieverbrauch: Er bildet die Grundlage für viele weitere Auswertungen. Überwacht werden sollte der Wert v.a. im Zeitverlauf; alleinstehend ist die Aussagekraft, wie im Beispiel zum spezifischen Energieverbrauch gezeigt, begrenzt. Relevant ist er in jedem Fall für die Einordnung in bestimmte Schwellenwerte, woraus gesetzliche Pflichten resultieren (v.a. durch das Energieeffizienzgesetz).
  • Energieverbrauch pro Anlage oder Maschine: Die Kennzahl liefert die Basis für den Vergleich einzelner Verbraucher und ermöglicht die Identifikation ineffizienter oder eventuell defekter Anlagen bzw. Maschinen.
  • Anteil einzelner Anlagen am Gesamtenergieverbrauch: Der Wert hilft vor allem bei der Priorisierung von Optimierungsmaßnahmen.
  • Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten: Die Kennzahl ist insbesondere für energieintensive Unternehmen relevant und kann bei der Priorisierung größerer Investitionen in Energieeffizienz­maßnahmen helfen.

Neben diesen Kennzahlen gibt es noch einige Branchen-KPIs, beispielsweise:

Industrie & Produktion

  • Energiekosten im Verhältnis zu den Pro­duktionskosten: für die Optimierung von Produktionskosten
  • Energieverbrauch pro Output/produzierter Einheit: für die produktbezogene Effizienz­bewertung
  • CO2-Emissionen pro Output/produzierter Einheit: u.a. für die Berechnung des PCF (gewinnt zunehmend an Relevanz)

Handel & Filialen

Im Fokus steht der Vergleich der Standorte:

  • Verbrauch pro Standort oder Filiale
  • Energieverbrauch pro Fläche
  • Energieverbrauch pro Öffnungsstunde

Je nach Unternehmen können auch spezifische Energieträger (z.B. Strom, Gas, Wärme/Kälte) relevant sein.

Logistik & Transport

Auch ist der Vergleich von Standorten oft wichtig. Weitere Kennzahlen können sein:

  • Energieverbrauch pro Lagerfläche: für die Bewertung von Beleuchtung, Kühlung, Fördertechnik…
  • Energieverbrauch pro Transportkilometer: für den Vergleich von Fahrzeugtypen und Routen

Finden Sie Ihre relevanten Kennzahlen

Da für jedes Unternehmen andere Kennzahlen relevant sind, ist es wichtig, die für sich wichtigen KPIs zu identifizieren und zu monitoren. Wollen Sie die Erfolgskontrolle Ihres Energiemanagements mit den passenden Kennzahlen verfeinern? Wir unterstützen Sie gerne dabei!

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Erfolgsfaktoren und typische Stolpersteine bei Energiekennzahlen

Damit Energiekennzahlen in der Praxis wirklich hilfreich sind, kommt es nicht nur auf ihre Berechnung an – auch die Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle. Zielwerte, Messbarkeit, Ver­gleichbarkeit und organisatorische Faktoren wie Normkonformität oder Automatisierung beeinflussen, wie aussagekräftig und nutzbar eine Kennzahl letztlich ist. Die folgenden Abschnitte zeigen, worauf Unternehmen bei der Kennzahldefinition und -berechnung achten sollten.

Zielwerte für Kennzahlen

Nicht nur im Energiemanagement gilt: Kennzahlen müssen klar auf die Unternehmens- oder Bereichs­ziele einzahlen. Dafür ist das Festlegen von Zielwerten sehr wichtig. Denn selbst präzise Messwerte bringen wenig, wenn man sie nicht einordnen kann. Orientierung bieten zum Beispiel Branchen­standards, historische Verbrauchsdaten oder theoretisch optimale Werte. Ein Maschinen­bau­unter­nehmen könnte sich etwa vornehmen, den spezifischen Energieverbrauch seiner Produktion jedes Jahr um 2% zu senken, basierend auf Erfahrungen vergleichbarer Betriebe und/oder den technischen Möglichkeiten der eigenen Anlagen.

Datengrundlage für die Messbarkeit von KPIs

Damit Energiekennzahlen aussagekräftig und vergleichbar sind, müssen sie zuverlässig messbar sein. Voraussetzung dafür ist ein durchdachtes Energiemesskonzept, das alle relevanten Verbrauchsdaten in ausreichender Qualität erfasst. Oft ist dafür ein Ausbau des Submeterings mit geeigneter Messtechnik nötig, um z.B. auch Verbrauchswerte auf Anlagenebene zu erhalten. Das ermöglicht detaillierte Einblicke in einzelne Verbraucher und Prozesse.

Vergleichbarkeit und Normalisierung von Kennzahlen

Unbedingt berücksichtigt werden sollten Einflussfaktoren auf den Energieverbrauch. Dazu gehören die bereits erwähnte Produktionsmenge, aber auch Werte wie die Außentemperatur (mithilfe der Grad­tags­zahl), die besonders für die Einordnung des Heizenergieverbrauchs relevant ist. Normalisierte Kenn­zahlen, die diese Einfluss­fakto­ren herausrechnen, ermöglichen dann z.B. auch den Vergleich verschiedener Standorte.

Beispiel: Heizenergieverbrauch

Die Kennzahl "Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter" schwankt naturgemäß mit der Außentemperatur. Die Witterungsbereinigung schafft Abhilfe: Sie rechnet den Verbrauch auf standardisierte Klimabedingungen hoch und macht verschiedene Monate oder Jahre vergleichbar. Ohne diese Korrektur führen warme oder kalte Perioden zu falschen Schlussfolgerungen über die Energieeffizienz.

Weitere Erfolgsfaktoren für Energiekennzahlen

Für Unternehmen mit ISO 50001-Zertifizierung ist die normkonforme Definition und Dokumentation von Energiekennzahlen Pflicht. Gleichzeitig lohnt sich die automatisierte Berechnung und Auswertung – sie spart Zeit, reduziert Fehler und erhöht die Aktualität. Wer Kennzahlen manuell pflegt, läuft Gefahr, inkonsistente Daten zu erzeugen und Potenziale zu übersehen.

Energiekennzahlen einfach anlegen und überwachen

Nicht nur die Berechnung und Auswertung von Energiekennzahlen sollte digital erfolgen; auch die Erfassung der Verbrauchsdaten sollte entsprechend aufgestellt sein. So behalten Unternehmen sämtliche Verbräuche jederzeit und hochaufgelöst im Blick. Aus diesen Daten lassen sich aussagekräftige Kennzahlen ableiten.

In unserer Energiemanagement-Software Energy Monitor steht dafür ein spezieller Kennzahlen-Editor zur Verfügung, mit dem sich aus allen integrierten Daten schnell und einfach individuelle Formeln für Kennzahlen erstellen lassen. Da die Software verschiedenste Energiedaten wie Lastgänge, Verbräuche aller Energieträger (Strom, Gas, Druckluft, Wärme/Kälte etc.), Wetterdaten sowie weitere relevante Informationen wie Produktionsmengen oder Betriebs­stun­den direkt digital einbinden kann, können alle möglichen Kennzahlen gebildet und überwacht werden. Je nach verwendeten Messgeräten und deren Konfiguration kann der Energy Monitor auch Live-Daten abbilden.

Um bei all den Daten und Kennzahlen nicht den Überblick zu verlieren, kann jeder Energy Monitor Nutzer beliebig viele individuelle Dashboards anlegen. Welche Module und Funktionen dabei bereitstehen, erläutern wir im Blog-Beitrag über die Energiedatenanalyse mit Dashboards ausführlich.

Probieren Sie es aus und legen Sie eigene Kennzahlen und Dashboards in unserem Energy Monitor Demo-System an!

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Richtige Kennzahlen für effektives Energiemanagement

Energiekennzahlen bilden das Fundament eines erfolgreichen Energiemanagements. Sie machen Fortschritte messbar, decken Schwachstellen auf und schaffen die Basis für fundierte Entscheidungen. Durchdachte, regelmäßig überprüfte und technisch präzise erfasste Kennzahlen liefern die Erkenntnisse, die Unternehmen für kontinuierliche Verbesserungen benötigen.

Mit geeigneten Werkzeugen behalten Sie auch bei komplexen Kennzahlen-Systemen den Überblick und können sich auf das Wesentliche konzentrieren: die systematische Steigerung Ihrer Energieeffizienz.

 

Gerne unterstützen wir Sie dabei, die für Ihr Unternehmen relevanten Kennzahlen zu identifizieren und ein erfolgreiches Monitoring zu implementieren.

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