Strompreise und weitere Strommarktdaten
im Energy Monitor
Entwickler-Update 08/2025
Der heutige Energiemarkt ist geprägt von Volatilität. Um besser mit Preisschwankungen umgehen zu können, gibt es in der Energy Monitor Software nun eine neue Schnittstelle für die Integration von aktuellen Strommarktdaten. Diese ermöglichen es Unternehmen, kurzfristige Produktions- und Beschaffungsentscheidungen zu treffen.
Mehr zur Schnittstelle sowie mögliche Anwendungen für das betriebliche Energiemanagement stellen wir in diesem Entwickler-Update vor.
Strommarktdaten von ENTSO-E im Energy Monitor
Die Strommarktdaten werden im Energy Monitor über die REST-API von ENTSO-E bereitgestellt, dem Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber. Der Verband ist für den Betrieb und die Weiterentwicklung des gemeinsamen Stromnetzes zuständig und schafft durch die Veröffentlichung seiner Daten (Daten zu Stromerzeugung, Verbrauch, Netzlast, Preisen etc.) mehr Transparenz im Strommarkt.
Die Anbindung an ENTSO-E ermöglicht also den direkten Zugriff auf umfangreiche Strommarktdaten von ganz Europa. Im Energy Monitor stehen zunächst die Day-Ahead-Preise und die Ausgleichsenergiepreise zur Verfügung.
Integration über REST-API zu ENTSO-E
Die Daten von ENTSO-E werden automatisch über eine REST-API in den Energy Monitor übertragen. Ähnlich wie die Wetterdaten von OpenWeatherMap stehen diese Informationen nun standardmäßig allen Nutzern zur Verfügung. Über eine Zählstelle können die Daten anschließend ausgewertet oder an anderer Stelle weiterverwendet werden.
Mehr allgemeine Informationen und welche Funktionalitäten im Energy Monitor mit einer REST-API bereitstehen, erhalten Sie im Entwickler-Update zum Datenaustausch über REST-API.
Anwendung im Energy Monitor
Die Einbindung von aktuellen Strommarktdaten bietet einige neue Möglichkeiten für Energy Monitor Nutzer:
Anwendungsbeispiel 1:
Produktionsplanung mit Day-Ahead-Preisen
Ein Unternehmen möchte anhand der Day-Ahead Preise seine Produktionsstrategie für den Folgetag optimieren. Ziel ist, bei geringen Strompreisen viel und bei hohen Strompreisen wenig zu verbrauchen oder entsprechende Speicherkapazitäten gezielt zu nutzen. Dazu kann ein konkreter Plan am Nachmittag mit den Preisen für den nächsten Tag aufgestellt werden.
Anwendungsbeispiel 2:
Stromkostenberechnung bei variablem Preis
Ein Unternehmen hat einen dynamischen Stromtarif (stündliche Abrechnung mit variablem Preis) und möchte die Stromkosten berechnen. Dazu wird der Day-Ahead-Preis im stündlichen Intervall benötigt. Zusammen mit den verbrauchten Energiemengen können dann die Stromkosten kalkuliert werden.
Anwendungsbeispiel 3:
Demand Side Management auf Basis von Ausgleichsenergiepreisen
Hintergrund: Ein Industrieunternehmen nutzt Ausgleichsenergiepreise nicht wie einen klassischen Spotmarkt, sondern als Flexibilitätssignal für Lastmanagement, Speicherbetrieb und Verhandlungen mit seinem Energieversorger. Es kann damit Kosten senken, Zusatzerlöse erzielen und seine Energieversorgung resilienter machen.
Ein (energieintensives) Unternehmen könnte dann in das Bilanzkreismanagement des Energieversorgers aufgenommen werden und sich dazu verpflichten, flexibel und kurzfristig Lasten zu reduzieren, wenn der Versorger sonst die teure Ausgleichsenergie zahlen müsste. Im Gegenzug erhält das Unternehmen dafür eine Vergütung.
Weitere Updates im Energy Monitor
- Dashboard – Einheitliche Anordnung der Balken und Legende: Die Anordnung der Balken und Legende in Diagrammen für Verbräuche und Kennzahlen wurde vereinheitlicht.
- Feedback Formular – Mehrere Bilder anhängen
- MQTT – Benutzerdefinierbare Client-ID: Anwender können nun eine optionale Client-ID für Verbindungen zu MQTT-Brokern angeben.
- Verbesserungen im Basisdaten-Editor
Haben Sie Fragen zu einem der Features? Schicken Sie uns gerne eine Nachricht!
Eine Übersicht mit allen Neuerungen in unseren Software-Lösungen finden Sie übrigens hier: