CSV-Daten als Teil eines digitalen Energiemanagementsystems
Entwickler-Update 01/2026
Obwohl moderne Messinfrastrukturen und automatisierte Schnittstellen längst bessere Möglichkeiten bieten, spielen CSV-Exporte und ‑Importe in vielen Unternehmen nach wie vor eine zentrale Rolle. Der Grund liegt in komplexen und heterogenen Infrastrukturen, die sich nicht so einfach vereinheitlichen lassen. Dann bietet das CSV-Format oft die pragmatischste Alternative.
Aus diesem Grund bietet auch unsere Energy Monitor Software – die ja eigentlich für die automatisierte Energiedatenerfassung und -auswertung entwickelt wurde – auch einige Funktionalitäten, die den Umgang mit CSV-Daten erleichtern. Im ein oder anderen Entwickler-Update wurden diese Features bereits erwähnt, aber immer nur unter der Sammlung zu den weiteren Updates und nie als Hauptthema eines Updates – was wir mit diesem Beitrag nachholen, inkl. einem neuen Feature für den CSV-Import.
Warum das CSV-Format im Energiemanagement so relevant ist
Alte Anlagen, fehlende Schnittstellen, unterschiedlichste Datenquellen – CSV-Dateien spielen im industriellen Energiemanagement eine zentrale Rolle, weil sie ein robuster, systemunabhängiger und leicht verarbeitbarer Standard sind. Fast alle Energie‑, Produktions‑ und Gebäudetechniksysteme können CSV importieren und/oder zumindest exportieren. Deshalb dient das Format meist immer dann als gemeinsame Sprache zwischen Energiemessgeräten, Gebäudeleittechnik, Maschinen, Anlagen und weiteren Systemen, wenn es (noch) keine gemeinsame Schnittstelle gibt.
Herausforderungen durch CSV im Energiemanagement
CSV als Übertragungsformat ist universell einsetzbar und einfach – aber eben auch:
- fehleranfällig → durch unterschiedliche Definitionen von Trennzeichen, Zeitformaten, Zeichenkodierungen etc.
- zeitaufwendig → aufgrund manueller Prozesse
- weniger performant → v.a. bei der Verarbeitung von großen Datenmengen
Dass die Datenübertragung via CSV hinsichtlich Effizienz und Qualität nicht gegen ein automatisiertes Energiedatenmanagement ankommt, steht außer Frage. Für große, und kontinuierliche Datenmengen, wie es z.B. bei der Erfassung von Messwerten von Energiezählern der Fall ist, lohnt sich immer die direkte Anbindung an das Energy Monitor System.
Für einmalige oder nur gelegentliche Datenübertragungen, z.B. historische Energiedaten aus früheren Systemen, ist CSV meist immer noch der einfachste und pragmatischste Weg. Trotzdem empfiehlt es sich immer, zumindest zu prüfen, ob es nicht doch ein passendes Kommunikationsprotokoll oder eine gemeinsame Schnittstelle für die automatisierte Übertragung gibt und ob sich der Einrichtungsaufwand dafür lohnt.
Handling von CSV-Daten in der Energy Monitor Software
Da der Datenimport sowie -export via CSV für bestimmte Fälle auch für die Nutzer des Energy Monitors sehr relevant ist, sorgte und sorgt unser Software-Entwicklungsteam dafür, dass auch der Umgang mit CSV-Daten möglichst einfach ist.
Unser Anwenderkreis nutzt CSV-Daten v.a. für
- den Import von Basisdaten, Zählstellenkonfigurationen, Energiepreisen, historischen Messdaten und CO2-Emissionsfaktoren
- den Export von Daten für individuelle Analysen und/oder die Weiterverarbeitung in anderen Systemen
Für das einfachere Handling von CSV-Daten bietet der Energy Monitor u.a. die nachfolgenden Features.
Individuelle CSV-Formate
Nutzer können im Energy Monitor individuelle CSV-Formate einmalig definieren und so festlegen, welche Information in welcher Spalte steht – beispielsweise Zeitstempel in Spalte A und Messwerte einzelner Zählstellen in den folgenden Spalten. Das System interpretiert die Datei entsprechend der Konfiguration und ordnet die Daten automatisch zu.
Das gleiche Prinzip funktioniert auch für den Datenexport. Dadurch kann ein Nutzer die Daten flexibel für eigene Analysen, Berichte, Audits oder die Übergabe an externe Systeme nutzen.
Automatisierter CSV-Datenimport und -export
Sowohl Import als auch Export von Daten in CSV-Dateien können im Energy Monitor manuell ausgeführt oder vollständig automatisiert werden, etwa durch den regelmäßigen Import von CSV-Dateien von einem SFTP-Server. In Kombination mit den frei definierbaren CSV-Formaten ist der Integrationsaufwand sehr überschaubar: einmal konfigurieren, dauerhaft nutzen. Das minimiert vor allem Fehlerquellen und spart Zeit im Tagesgeschäft.
Neues Feature: Import von historischen Daten in einer CSV-Datei
Auch der letzte Sprint hatte eine weitere kleine Verbesserung beim CSV-Import als Ergebnis: Historische Messdaten mehrerer Zählstellen können nun mit einer einzigen CSV-Datei (anstatt einer Datei pro Zählstelle) in den Energy Monitor importiert werden.
REST-API als Alternative für den Datenaustausch ohne manuelle Zwischenschritte
Die REST‑API ermöglicht einen automatisierten, stabilen und skalierbaren Datenaustausch mit dem Energy Monitor, der ohne manuelle Zwischenschritte wie Datei‑Uploads auskommt. Im Gegensatz zu CSV‑Dateien können Systeme über die API direkt Daten austauschen, was Fehler reduziert und Echtzeit‑Synchronisation ermöglicht. Zudem ist sie besser erweiterbar und unterstützt klare Versionierung sowie sichere Zugriffskontrolle.
APIs lassen sich problemlos in andere Software, Workflows oder Automatisierungsprozesse einbinden. CSV‑Exporte/-Importe erfordern dagegen immer zusätzliche Prozessschritte und Tools.
Mehr dazu erfahren Sie auch im Entwickler-Update über die REST-API im Energy Monitor.
Weitere Updates in unseren Software-Lösungen
- Verbesserung des Energy Monitor Cloud Monitorings (mehr zu dem Thema erfahren Sie auch in unserem Entwickler-Update zum Thema Observability)
- Häufigere Abfrage von Ausgleichsenergiepreisen über ENTSO-E: Das Abfrageintervall wurde für aktuellere Daten erhöht. Auch zur Anbindung von Strommarktdaten gibt es bereits ein Entwickler-Update mit allgemeinen Informationen zur Schnittstelle.
Haben Sie Fragen zu einem der Features? Schicken Sie uns gerne eine Nachricht!
Eine Übersicht mit allen Neuerungen in unseren Software-Lösungen finden Sie übrigens hier: