Externer Energiemanager – Experten-Interview Teil 2

OPTENDA Externer Energiemanager

Externer Energiemanager – Experten-Interview Teil 2   

Welche Energieeffizienz-Ziele haben Unternehmen, welche gesetzlichen Vorgaben müssen beachtet werden und vor welchen Herausforderungen stehen sie?

Jan Ribler und Jan Budinsky arbeiten als externe Energiemanager bei OPTENDA. Im zweiten Teil der Interviewserie erfahren Sie mehr über ihre bisher spannendsten Projekte und welche Maßnahmen Unternehmen häufig empfohlen werden.

 

Welche Ziele werden bei der Optimierung der Energieeffizienz von Unternehmen verfolgt?

Budinsky: Oberstes Ziel ist immer die Einsparung von Energie und somit von CO2-Emissionen und Kosten. Von Vorteil für das Unternehmen ist es, dass die Senkung der Energiekosten direkt den Ertrag verbessert.

Ribler: Ganz weit oben steht meiner Meinung nach der Erhalt des Energieaudit-Zertifikats. Die Unternehmen möchten durch das externe Audit ohne Abweichungen durchkommen. Das ist der Grund dafür, dass viele einen externen Energiemanager beauftragen. Das Zertifikat ist sehr wichtig beim Thema Energiesteuerrückerstattung und gleichzeitig ein „Aushängeschild“ für unsere Kunden.

 

Auf welche gesetzlichen Vorgaben im Bereich Energieeffizienz müssen Unternehmen achten?

Ribler: Das wichtigste Gesetz in diesem Zusammenhang ist das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G), das den großen Unternehmen (>250 Mitarbeiter oder >50 Mio. € Umsatz und >43 Mio. € Bilanzsumme) vorschreibt, alle vier Jahre ein Energieaudit durchzuführen. Die Alternative dazu ist u.a. der Betrieb eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001.
Im Rahmen des Betriebs eines Energiemanagementsystems wird in aller Regel ein Rechtskataster erstellt, in dem alle Gesetze, Verordnungen und sonstige Regelungen aufgeführt werden, welche für das jeweilige Unternehmen relevant sind. Um sicherzustellen, dass alle rechtlichen Verpflichtungen eingehalten werden, leitet man entsprechende Handlungsmaßnahmen ab.

 

Welche Einsparmaßnahmen werden in den meisten Unternehmen empfohlen?

Budinsky: Oft sind es die sogenannten „Low-Hanging-Fruits“, die als erstes angegangen werden. Dabei handelt es sich um die Maßnahmen, die schnell und einfach umgesetzt werden können.

Ribler: Eine der einfachsten Maßnahmen, die bei den meisten Kunden direkt als Erstes umgesetzt werden kann, betrifft die Beleuchtung. Gleichzeitig kann die Energieeffizienz dadurch schon wesentlich verbessert werden. Nichtsdestotrotz ist hier immer noch ein großes ungenutztes Potenzial vorhanden.
Bei Produktionsunternehmen ist die Druckluftversorgung häufig ein Thema. Hier können große Abwärmepotenziale genutzt und somit z.B. der Erdgasbezug reduziert werden. Mit einer Absenkung des Netzdrucks erzielt man schnell und ohne große Investitionen erste Einsparungen. Grundsätzlich geht es um Querschnittstechnologien: Motoren, Antriebe und Pumpen, raumlufttechnische Anlagen oder Anlagen zur Wärme- und Kälteerzeugung.

 

Welches war bisher das spannendste Projekt als externer Energiemanager?

Budinsky: Das spannendste Projekt war meine Beratungstätigkeit während des Neubaus einer Produktionshalle. Hierbei kümmerten wir uns um die komplette Auslegung von Lüftungs- und Kälteanlagen, Kompressoren und Druckluft sowie zusätzlich die Berechnung der Wetterdaten zur besseren Kalkulation der Freiluftkühlung. Dank des guten Projektmanagements konnte die Halle schließlich mit den besten Energiestandards gebaut werden.

Ribler: Bei mir ist es ein Projekt zur Entwicklung neuer Energieleistungskennzahlen. Das ist aktuell bei vielen Unternehmen ein großes Thema. Es gibt verschiedene Ansätze, wie man aussagekräftige Kennzahlen entwickelt. Das reicht von ganz einfachen Zahlen bis hin zu komplexen Modellen. Denn gerade hier haben Unternehmen noch wenig Erfahrung. Dabei zu unterstützen ist eine Herausforderung, die für mich besonders spannend ist.

 

Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen beim Thema Energie?

Ribler: Ein großer Punkt ist die Umstellung auf die neue Energiemanagement-Norm DIN EN ISO 50001:2018 und die damit verbundenen erweiterten Anforderungen an die Unternehmen. Insbesondere im Bereich “Überwachen und Messen der energiebezogenen Leistung” wird von den zertifizierten Unternehmen zukünftig mehr erwartet. Der Nachweis der fortlaufenden Verbesserung ist ein zentraler Bestandteil für unsere Kunden.
Im Hinblick auf die politische Entscheidung zur Bepreisung von CO2-Emissionen drohen auch den Unternehmen zukünftig zusätzliche Belastungen. Die Forderung nach einem ressourcenschonenden Umgang mit Energie wird damit immer bedeutender. Mit der Vorstellung des neuen Klimapakets der Bundesregierung soll auch der Ausbau regenerativer Energien weiter vorangetrieben werden, damit die Klimaziele in Reichweite bleiben. Hier wird auch von den Unternehmen erwartet, dass sie ihren Beitrag leisten.

 

Jan Ribler

Jan Ribler

Seine Karriere begann mit dem Studium Maschinenbau im Bachelor in Weingarten und Energietechnik im Master in Stuttgart. Als Werkstudent bei OPTENDA konnte er schon früh erste Einblicke ins Unternehmen bekommen. Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Studium wurde Jan vor 5 Jahren als Energieberater eingestellt. Inzwischen ist er ein Experte auf seinem Gebiet.

 

 

 

 

Jan Budinsky

Jan Budinsky

Gestartet in Ulm mit einer Ausbildung zum Industriemechaniker erlernte Jan die ersten Kenntnisse zur Mechanik. Das setzte sich auch in der Wahl seines Studiums durch – Energiesystemtechnik an der Hochschule Ulm. Mit Beendigung seines Studiums war Jan als Energie- und Umweltmanagementbeauftragter tätig. Dies waren die Grundsteine für seine heutige Tätigkeit bei OPTENDA. Hier ist er für Projektkoordination sowie Maßnahmenumsetzung und Audits zuständig.

 

 

Fotos: Dominik Marx

 

Erfahren Sie im ersten Teil unserer Interview-Reihe mehr über Unternehmen, die keine internen Energiemanager haben und wie Sie dabei von uns unterstützt werden.

Sie interessieren sich für die Zusammenarbeit mit einem externen Energiemanager? Das Team von OPTENDA kann auch Sie unterstützen.