Ablauf eines Energiemonitoring-Projekts

OPTENDA Energy Monitor Energiemonitoring-Projekt

Energiemonitoring im Unternehmen – Was ist zu beachten?

Vor Beginn eines Energiemonitoring-Projekts stellt sich häufig die Frage, welche Investition in ein Energiemonitoring-System erforderlich sein wird und mit welcher Wirtschaftlichkeit dieser Investition zu rechnen ist. Daher ist es notwendig, sich vor der Implementierung eines entsprechenden Systems mit einigen grundlegenden Punkten und Fragestellungen detailliert auseinanderzusetzen.

 

Schritt 1: Analyse der Ausgangsbasis

Die nachhaltige energetische Verbesserung eines Unternehmens ist nur dann möglich, wenn die Ausgangsbasis und die Zielsetzung klar formuliert sind. Optimierungen des Energieverbrauchs können deutlich zielgerichteter erfolgen, wenn vor Beginn aussagekräftige Messergebnisse des Verbrauchsverhaltens über einen längeren Zeitraum vorliegen. Es lohnt sich also, den Status quo Ihres Unternehmens im Blick zu behalten.

In der Praxis sieht es häufig so aus, dass die Daten vom Messstellen- und Netzbetreiber die maßgebliche Informationsgrundlage der Energieverbräuche und deren Entwicklung bilden. Dazu existiert im Bestand teilweise eine mehr oder weniger umfangreiche Infrastruktur weiterer Zählpunkte in Energieverteilungen und an Anlagen, die nahezu immer nach und nach punktuell verbaut wurden. In Summe stellt das aber kein strukturiertes Messkonzept dar; vor allem, da die Erfassung und Verarbeitung der Daten dabei häufig manuell erfolgt, was sich in der Praxis als aufwendig und zudem fehleranfällig erweist. Außerdem gehen bei einer manuellen Zählerstanderfassung wertvolle Informationen über das Lastverhalten und den Verbrauchsverlauf verloren.

In diesem Schritt gilt es ebenfalls zu prüfen, ob im Rahmen der Vorbereitung auf ein Energiemonitoring-System eine begleitende Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 sinnvoll ist. Denn Unternehmen, die mit diesem Standard zertifiziert sind, können attraktive Fördermittel in Höhe von bis zu 40% der Investitionskosten für Energiemonitoring-Software, Messtechnik und Installationsarbeiten sowie Schulungen in Anspruch nehmen. Außerdem wird so ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess auf Managementebene im Unternehmen etabliert, ähnlich dem Qualitätsmanagementsystem. Erfolge und Verbesserungen stellen sich dadurch strukturierter ein.

 

Schritt 2: Grundlegende Entscheidungen

Hat man die formalen Rahmenbedingungen geklärt, sind die grundlegenden Entscheidungen zum Umfang des Messkonzepts, der Messtechnik sowie der Softwarelösung zu treffen. Diese bestimmen maßgeblich die Höhe von Investition und Aufwand des Projekts. Als Entscheidungsgrundlage dafür dienen die in Schritt 1 ermittelte Ausgangsbasis sowie die erarbeiteten Ziele.

Korrekturen oder Änderungen dieser Entscheidungen sind im späteren Prozess nur schwer möglich und mit hohem Aufwand verbunden. Daher ist es an dieser Stelle unbedingt empfehlenswert, sich der Expertise von Fachleuten anzuvertrauen.

Definition der Projektziele

In dieser Phase werden die Wünsche und Anforderungen der künftigen Nutzergruppen im Unternehmen erfasst, welche die Rahmenbedingungen für die technische Lösung definieren. Das System adressiert mit seinen Funktionen und datenbasierten Informationen nahezu alle Abteilungen in einem Unternehmen. Der Energiemanager oder Energiebeauftragte erhält ein wertvolles Werkzeug, um die nötigen Arbeiten deutlich schneller und effizienter durchführen zu können. Mit den daraus resultierenden Informationen können der Einkauf, das Controlling, die Produktionsplanung, die Instandhaltung und am Ende auch die Geschäftsführung fundierter planen und agieren. Alle weiteren Schritte des Projekts werden anhand der festgelegten Ziele ausgerichtet. Darauf aufbauend erfolgen die Auswahl der geeigneten Softwarelösung sowie die Erarbeitung des passenden Messkonzepts.

Auswahl der Software

Eine wichtige Grundsatzentscheidung mit maßgeblichem Einfluss auf Kosten und IT-Struktur ist an dieser Stelle, ob die Software im eigenen Unternehmen (On-Premise-Installation) oder ausgelagert auf einem Server des Software-Anbieters installiert werden soll. In jedem Fall sollte es mit der ausgewählten Lösung möglich sein, das Messkonzept über die erste Inbetriebnahme hinaus einfach und schnell zu erweitern sowie an Veränderungen im Unternehmen anzupassen. Häufig lauern an diesen Stellen versteckte Mehrkosten für erforderliche Lizenzerweiterungen für zusätzliche Messpunkte und User sowie Anpassungsarbeiten, welche in der initialen Kostenbetrachtung vom ersten Schritt an berücksichtigt werden sollten.

Zu beachten gilt es in diesem Schritt außerdem, ob die Software auf der Liste der förderfähigen Energiemanagement-Software des BAFA aufgeführt ist. Im Rahmen dieses Programms können sich Unternehmen, die ihre Energieeffizienz verbessern, staatliche Förderungen sichern.

 

Schritt 3: Planung und Umsetzung

In diesem Schritt wird auf Basis der vorangegangenen Entscheidungen und der gesteckten Ziele das Messkonzept erstellt, in welchem sämtliche verfügbare und zu erfassende Medien (Strom, Erdgas, Druckluft, Wasser, etc.) und Informationen (Stückzahlen, Temperaturen, Einflussfaktoren, etc.) im Unternehmen erfasst und in eine grafische, Schaltplan ähnliche Darstellung überführt werden. Auf dieser Grundlage wird eine Entscheidung für die am besten geeignete Mess- und Kommunikationstechnik sowie deren Einbaumöglichkeiten definiert. Die Dokumentation des Messkonzepts dient dem Anwender auch im Zeitverlauf als Revisionsbasis der technischen Infrastruktur.

Der Einbau der Messtechnik ist vor allem im Hinblick auf seinen zeitlichen Aufwand ein nicht zu unterschätzender Punkt. Wird hier im Voraus nicht sorgfältig geplant und koordiniert, erschwert das die Installation maßgeblich. Ob diese dann auch erfolgreich war, muss bei Inbetriebnahme mittels Funktions- und Plausibilitätsprüfungen kontrolliert werden, damit auch die Richtigkeit der erhobenen Daten gewährleistet werden kann.

Den Abschluss der Umsetzungsphase bildet die Schulung zur Energiemanagement-Software für die Mitarbeiter. So wird eine effiziente Nutzung des neuen Systems ermöglicht. Wichtig hierbei ist, dass auf die nutzerspezifischen Anwendungsfälle und Fragestellungen eingegangen wird.

 

Die hier skizzierten Schritte bilden die Basis zu einer nachhaltigen Optimierung des Energieverbrauchs in Ihrem Unternehmen. Wollen auch Sie die Energieeffizienz Ihres Unternehmens verbessern? Wir beraten Sie gerne – zögern Sie nicht und setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

 

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